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Kleine Stempel und Siegellehre
Hier geht es um Druckstöcke. Das Oberflächenmaterial unserer Druckstöcke ist aus Zink und die Herstellung erfolgt im Ätzverfahren,ähnlich der Herstellung einer Radierung. Die Lebensdauer eines Zinkstempels ist, wenn man ihn mit der Hand benutzt, praktisch unbegrenzt. Es gibt keine Anfälligkeiten wie Bruch, Sprung oder Abrieb wie bei Kuststoffstempeln.(Photopolymär).
---------------------------------------------------- -------------------------------------------------- Praktische Anleitung zum stempeln und siegeln
Schön ist, daß man mit Druckstöcken Stempelabdrücke nicht nur auf Bedruckstoffen wie Papier, Textilien, Holz usw., sondern auch in heißen Siegellack machen kann. Wichtig hierbei ist die richtige Wahl der Stempelfarbe. Bei Stoffen nimmt man z.B. Textilfarbe, bei Papier reicht ein normales Stempelkissen auf Wasserbasis wie z.B. von Pelikan, welches einen recht guten Schwärzegrad aufweist. Allgemein läßt sich sagen, je glatter der Bedruckstoff ist, umso qualitativer der Abdruck. Der Untergrund für den Bedruckstoff sollte plan und nicht zu hart sein.
Beim stempeln selbst sollte man darauf achten, daß man durch mehrmaliges leichtes antupfen im Stempelkissen, die Farbe aufnimmt. Wichtig hierbei ist, nicht zu viel und nicht zu wenig Farbe aufzutragen. Bei zu viel Farbe suppen die feinen Vertiefungen zu, und das Motiv erscheint verschwommen. Bei zu wenig, erscheint der Abdruck zu blaß. Auch sollte man darauf achten, daß der Stempel gleichmäßig mit Farbe benetzt ist.
Zu empfehlen ist, den Druckstock nach jedem Gebrauch mit einem einfachen unbehandelten Lappen zu reinigen, da die Farbe die Feinheiten des Druckstocks zusetzen und es zu einer Verbindung von Farbresten und Stempeloberfläche kommen kann.
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Wie traditionell oft genutzt, kann man mit einem Druckstock, bei dem das Motiv vertieft auf der Stempelplatte zu finden ist, einen Abdruck machen, bei dem der Siegelabdruck erhaben im Siegellack erscheint. Das Motiv bleibt im Wachs stehen. Ist das Motiv nun aber erhaben auf der Stempelplatte zu finden, eignet sich der Druckstock sowohl für Siegellack wie auch andere Bedruckstoffe. Beim Siegellack drück sich das eigentliche Motiv in den Lack hinein. Um hier einen optischen Reiz zu erzeugen, kann man mit dem Druckstock zunächst in ein (Pigment)Stempelkissen gehen, welches als Farbe eine Kontrastfarbe zur Farbe des Siegellackes bietet (z.B.goldene Stempelfarbe auf roten Siegellack). Mit dem eingefärbten Druckstock macht man nun einen Stempelabdruck im Siegellack.
Siegellack ohne Docht kann man über einem Spiritusbrenner oder Kerze langsam drehen. Dabei erwärmt sich dieser. Hat er eine ganz genaue Temperatur, läßt er sich gut verarbeiten. Er wird dann auf die betreffende Oberfläche kreisförmig aufgetupft. Nach ein paar Sekunden kann dann der Stempelabdruck erfolgen.
Hochwertiger Siegellack verklebt mit Zinkstempeln nicht. Es kann aber bei minderwertigerem Wachs zu Verklebungen kommen. Hier sollte man die Druckstöcke mit etwas Brennspiritus reinigen. (eventuell sollte man sie etwas einweichen, indem man sie einige Minuten auf ein mit Spiritus getränktes Papiertaschentuch stellt und dann die Rillen gut ausreibt.)
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Geschichte von Buchdruck
Um 3000 v. Chr. war in Ägypten das Schreiben und Lesen noch ein Privileg der Könige und ihrer Familien. Erst um 2700 v. Chr. zeugen Grabfunde von Schreibern nicht königlichen Geblüts. Die Schreiber genossen hohes Ansehen. Die Schrift war von einem göttlichen Nimbus geprägt, diente meist religiösen und kulturellen Aufgaben. Durch den Verlust des großem Einflusses der Geistlichkeit am Ende des 12. Jahrhunderts auf Kunst und Wissenschaft, dem allmählich erblühenden Handel und die einhergende Entwicklung von Bürokratie, wurden immer mehr Schriftstücke nötig, jetzt auch durch weltliche berufsmäßige Schreiber verfaßt. Schreibbüros wurden eröffnet. Durch den sich häufenden Mißbrauch bei Verträgen, da die einen lesen konnten und die anderen nicht, verlor die schreibende Zunft erhebliches Ansehen.
Chinesische Publizisten versuchten schon im 11.Jahrhundert, Druckstöcke aus gebranntem Ton herzustellen. Der älteste Bericht hierüber stammt von dem Regierungsbeamten Shen Kuo (1030-1093), der erläuterte, wie die gebrannten Druckstöcke in wachsbeschichtete Holztafeln gedrückt wurden und nach dem Erhärten für längere Zeit aufbewahrt werden konnten. Das wohl älteste gedruckte Buch der Menschheit, das ein Datum trägt, ist die Schriftrolle "Diamond-Sutra" vom 11. Mai 868. Der Chinese Wang Chies fertigte es zu Ehren seiner Eltern im Holztafeldruck an.
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Ähnliche Experimente mit Drucktechniken sind auch aus Europa bekannt. Hier gab es Versuche, geschnitzte Holztafeln als Druckstöcke zu verwenden. Seit 1400 waren Hozschneider am Werk, die Heiligenbilder und Spielkarten in Holztafeln schnitten. Für die Herstellung eines Holzschnittes diente eine glatte gehobelte Holzplatte, die mit einer seitenverkehrten Zeichnung versehen wurde. Mit dem Messer schnitt der Holzschneider entlang den Zeichnungslinien die nicht zum Motiv gehörenden Bildteile vertieft heraus, so daß nur noch die Konturen der Zeichnung erhaben stehen blieben. Die erhabenen Teile versah er mit Farbe, und in einem Reibedruckverfahren konnte die eingefärbten erhabenen Konturen des Bildes auf das Papier abgerieben werden. Der Holztafeldruck war in seiner technischen Unvollkommenheit kein wirklicher Ersatz für das handgeschriebene Buch. Dies war der nachfolgenden Erfindung Gutenbergs vorbehalten, der mit beweglichen Lettern auf einer Handpresse druckte.
Die wichtigste Neuerung von Johann Gensfleisch zum Gutenberg um 1440 in der Buchherstellung, war die bewegliche einzelne Letter, mit der man ganze Text -Kolumnen zusammensetzen und nach dem Ablegen der ausgedruckten Seite die freigewordenen Schriftzeichen wieder für die Herstellung einer neuen Seite verwenden konnte.
Die benötigten Buchstaben und Zeichen wurden in Metall geschnitten (Patrize). Diese Patrize schlug man in ein Kupferblöckchen und erhielt somit eine Matrize. Mit dieser Matrize war der Typenguß mittels eines eigens dafür konstruierten Handgießinstrumentes in großen Mengen möglich. Das Ergebnis war ein erhabenes Buchstabenbild auf einem Körper, der sich ideal für das Aneinanderreihen von Buchstaben und Wörtern zur ganzen Seite verwenden läßt. Dies war der Auslöser für den Aufbruch in die Massenherstellung von Schriftstücken aller Art. Druckereien und Druckerzeugnisse wuchsen wie Pilze aus dem Boden.
Druckstöcke sind also durch Gutenberg effektiv geworden. Durch seine Erfindung wurde eine revolutionäre Veränderung der Gesellschaft in Gang gesetz, da jetzt Wissen nicht nur mündlich und handschriftlich in elitären Gruppen verbreitet werden konnte, sondern der Buchdruck in Masse Schriften vervielfältigte, die an mehr Menschen adressiert, diesen zu mehr Bildung und Wissen verhalf.
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Allgemeines -- zu Siegeln
Oft werde ich gefragt, wozu man denn Stempel oder Siegel braucht. Ich antworte meist, daß wir für unsere Existenz materielle Dinge nur sehr wenige brauchen, eigentlich nur essen und schlafen. Früher hatten Siegel ganz klar einen praktischen Sinn (Geheimhaltung) wie auch Standesetikette. Heute scheint der praktische Nutzen verloren gegangen zu sein. Aber wenn ich den Liebhabern dieser optischen Rafinesse begegne, weiß ich, lebensspendend sind die Kleinigkeiten. Das Procedre der Herstellung eines Siegels und das farbenfrohe Ergebnis können schon ziemlich erfreuen. Und diese Freude bewerte ich höher als einen irgendwie gegebenen praktischen Sinn. Erstaunen tut mich immer wieder, daß die Menschen, die mich nach dem heutigen praktischen Nutzen eines Siegels fragen, ja eigentlich schon um die schönen Dinge, die eben keinen unmittelbaren Nutzen versprechen, wissen und Zeichen (hier die Siegel) suchen. Naja, dies wieder mal als Schlenker auf einer der vielen verschiedenen Ebenen, die uns bereichern.
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Geschichtliches -- zu klassischen Siegeln
Erst hatten der Adel und die Geistlichkeit ihre "Logos", später gab es auch Bürgersiegel, die die gleiche Feinheit wie die Gegenstücke von Adel und Geistlichkeit hatten, nur meist etwas kleiner gestaltet waren. Historisch bemerkenswert sind hier z.B. das Siegel des Wendel Hipler, einstigen hohenlohischen Kanzlers, des Vordenkers und geistigen Kopfes der Bauernbewegung im Jahre 1525. (Das war diese Revolution, bei der es zum 30jährigen Bauernkrieg gekommen war, bei dem heutige Nachfahren wie z.B, Thurn und Taxis, dessen Vorfahre als Söldner diesen Aufstand blutig und erfolgreich niedergemetzelt hat, heute noch zu den größten Großgrundbesitzern Süddeutschlands gehören. Diese Ländereien wurden damals diesem erfolgreichen Söldner vom hocherfreuten Adel, der sonst wohl großen Einfluß verloren hätte, für dessen Leistung an ihn verschenkt. Ein äußerst interessantes Thema aber zurück zu den Siegeln).
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Fortsetzung soll folgen!
Bin auch dankbar über Informationen.
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